Abhandlungen

Artikel zur Textilgeschichte einzelner Aachener Firmen und anderer Firmen aus der Region:

Tuchfabrik ‘Nickel & Müller GmbH Aachen

Die Tuchfabrik ‘Nickel & Müller GmbH Aachen wurde im Jahre 1868 durch Hugo Nickel und C. H. Müller in der Mariabrunnstraße gegründet. Sie leiteten den Betrieb bis zu ihrem Ausscheiden 1890. Ab diesem Jahr stand der Betrieb unter der Leitung des ehemaligen Direktors der Tuchfabrik ‘Süßkind und Sternau‘, Hermann Simons.

In jener Zeit waren rund 60 Webstühle im Einsatz. Zudem war der Weberei ein Appreturbetrieb (für die Veredelung und Oberflächenbehandlung der Rohgewebe) angeschlossen. Zur Wasserversorgung der Appretur wurde dem Paubach Wasser entnommen. (weiterlesen)

Tuchfabrik G. H. & J. Croon

Am 1. September 1862 eröffneten die Gebrüder Gustav Heinrich und Julius Croon in Aachen eine Tuchfabrik. Dafür kauften sie das Haus Karlsgraben 52 und erweiterten es mit einem Neubau.

Die Anfangsjahre waren nicht leicht, da es bereits eine große Anzahl alteingesessener Firmen gab, die fast alle dieselben Artikel herstellten. 1865 fabrizierte die Firma hauptsächlich Buxskins, bis 1870 wurde die Herstellung von Ratinés und Eskimos aufgenommen. Um sich gegenüber der mächtigen Konkurrenz behaupten zu können, wurde von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr gearbeitet. 1866 wurde der erste Webmeister in der Firma eingestellt. Obwohl die Verhältnisse in „Deutschland“  (das Deutsche Reich existierte noch nicht) vor 1870 bezüglich Handel, Verkehr usw. rückständig waren, konnte sich die Firma Croon weiter durchsetzten und den Kundenkreis ausweiten. (weiterlesen

Tuchfabrik ‘J. Cüpper Sohn’

Die Geschichte der Gewerbebauten in der Brabantstraße 73

Die Anfänge der inzwischen gänzlich abgerissenen Fabrikanlage lassen sich in ähnlicher Weise wie bei einigen anderen in der Nähe von Bachläufen gelegenen Industriebetrieben auf eine alte Mühle zurückführen, hier die sog. ‘Weiße Mühle’. Diese Mühle wird urkundlich schon im Jahre 1517 erwähnt. Erwähnt wird eine Nutzung als Kupfermühle.

Am 3. Juni 1563 übertrug der Besitzer Wilhelm Kockart die Mühlengebäude dem wohlhabenden Adam von Merode-Frankenberg, dessen Familie vom 14. bis zum 16. Jahrhundert die Vogtei über Burtscheid ausübte.

Im März 1727 übertrug Graf Philipp Wilhelm von Merode-Houffalize die mittlerweile in schlechtem baulichen Zustand befindliche Mühle an Conrad Clermont. Nachweisbar ist ab dieser Zeit die Nutzung als Nadelschauermühle, d.h. als Mühle zum Polieren von Nadeln. Nach Umbaumaßnahmen kaufte Clermont die Mühle 1735, zusammen mit 3 Morgen darum herum befindliches Land.

Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts diente die ‘Weiße Mühle’ nach einem Eigentümer-wechsel an die Mitglieder eines Zweigs der Familie Pastor als Nadelschauermühle

Ca. 1797 baute sie Andreas Ludwigs zu einer Spinnereimühle um und legte zusätzlich einen zweiten Mühlenteich an, wahrscheinlich um den Betrieb von der manchmal nicht ausreichenden Wasserzufuhr unabhängig zu machen. Ein damit vergleichbarer Ausbau der Wasserversorgung lässt sich auch bei anderen Aachener Mühlen nachweisen.

Der nachfolgende Besitzer, Joseph Ruland, richtete 1828 eine Ölpresse ein, sieben Jahre später eine Tuchfabrik. Die textile Nutzung setzte sich in der Tuchfabrik und Spinnerei ‘Comp und Aldenhoven’ fort.

Während zu den bislang erwähnten Unternehmen keine nennenswerten Aufzeichnungen erhalten geblieben sind, lassen sich zu der 1889 nachfolgenden Firma, der Tuchfabrik ‘J. Cüpper Sohn’, detailliertere Aussagen machen. (weiterlesen)

Tuchfabrik Aachen

Der unter Denkmalschutz stehende achteckige Turm im Quadranten zwischen Charlottenstr., Sophienstr., Oppenhoff- und Viktoriaallee kann als Wahrzeichen der „Tuchfabrik Aachen vormals Süskind und Sternau AG“ angesehen werden.

Er diente als Treppenhaus für eine mehrgeschossige Fabrikhalle, umfasste im Inneren den Fabrikschornstein und besaß im obersten Geschoss einen Wasserbehälter, der für gleichmäßigen Wasserdruck in allen Leitungen sorgte. Der Entwurf stammt von dem berühmten Ingenieur und Professor Otto Intze, der an der RWTH in Aachen lehrte. Auf dem Gelände wurde auch von der Vorgänger-Tuchfabrik Ritz & Vogel Aachens erste Shedhalle (ebenerdige Fabrikhallen mit ‚sägezahnartigem‘ Dach für Nordlicht und eine gleichmäßige Ausleuchtung bei der Tuchverarbeitung) errichtet. (weiterlesen)